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Die grosse Erbschaft
Die grosse Erbschaft - La grande eredità


«Die Schatzsuche der Dubini-Brüder ist mehr als eine nostalgische Reliktensammlung: Sie wird zur erhellenden Erinnerungsarbeit, zur Dokumentation eines Stücks Tessiner Sozialgeschichte. (...) Die grosse Erbschaft wächst an sich selbst und weit über eine Familienchronik hinaus, ist jederzeit spannend und amüsant. (...) Es ist ein sehr persönliches Filmdokument, das mit leichtem ironischem Unterton ein wunderbares Vermächtnis ist. Auch mit, von und für den im Frühjahr verstorbenen Donatello Dubini.»

Rolf Breiner, www.cineman.ch, 18.10.2011

«DIE GROSSE ERBSCHAFT ist ein liebevoll-ironischer Familienkrimi, in dem zwar keine Täter gefasst, wohl aber Fährten verfolgt, Spuren gelesen und vor allem nachhaltige Erkenntnisse getätigt werden.»

Irene Genhart, Movie News, 9/10/2011

«Die Erinnerung an die Familie Dubini ist in einen Film abgewandert, der einen Bogen spannt vom Leben des Einzelnen bis zur Weltgeschichte.»

Stefan Schulz, Frankfurter Allgemeine, 18.8.2011

«Es ist die am Privaten beiläufig illustrierte Alltags- und Zeitgeschiche, die am meisten interessiert (...) In stimmungsvollen Passagen inszenieren die Dubinis das Haus als geisterhaften Ort einer verlorenen Welt, in die die Kamera hineinblickt, ohne je das Ganze erfassen zu wollen.»

Kathrin Halter, Filmbulletin 6.11 Ganzer Artikel

«DIE GROSSE ERBSCHAFT ist ein leiser und auch witziger Film, der anhand einer Familiengeschichte Einblick in fast ein ganzes Jahrhundert gibt. (...)
Mit erst 55 Jahren ist Donatello Dubini im März dieses Jahres gestorben. Seit den achtziger Jahren hat er mit seinem Bruder Fosco zahlreiche Spiel- und Dokumentarfilme gedreht (...) Die GROSSE ERBSCHAFT, sein persönlichster Film, ist nun zu seinem Vermächtnis geworden.»

Silvia Süess, WoZ, 20 Oktober 2011 Ganzer Artikel

«Es wäre wohl kein Dubini-Film, wenn die Montage nicht selbst zu einem kunstvollen Mittel der Spurensuche würde. In sechs Kapiteln sowie Prolog und Epilog wird man Zeuge dieser Rekonstruktion von Geschichten und zugleich Zeuge einer Zerstörung von Geschichte, denn ein Bagger macht das Haus dem Erdboden gleich. Nichts weniger als ein Parkplatz befindet sich nun dort. Darum machen die Regiebrüder am Ende die Zerstörung filmisch-fiktiv rückgängig.
Ein letztes Kapitel schrieb aber die Realität: Nach der Premiere an den Solothurner Filmtagen ist Donatello Dubini 55jährig gestorben. Unerwartet wird so eine kurze Filmszene mit ihm, rauchend am Fenster, zu einem Teil des Gedenkens an die Dubinis.»

Andreas Stock, St. Galler Tagblatt, 13. Oktober 2011

«DIE GROSSE ERBSCHAFT von Fosco und Donatello Dubini ist eine wunderbar makaber-ironische Familienrecherche, die sich in Schichten an der Chronologie der Ereignisse seit dem Brand eines geerbten Hauses und der dazugehörigen Familiengeschichte der Dubinis als italienische Einwanderer im Tessin abarbeitet.
Eine „Oral History“, eine gesellschaftliche Chronik, ein familiärer Krimi, eine Reflexion über Erinnerung und Vergänglichkeit, die gerade wegen ihrer komplexen, aber so klugen Erzählstrategie der materiellen Hinterlassenschaft das familiäre Erbe abgewinnt.»

Margarete Wach, film-dienst, Nov. 2010 Ganzer Artikel

«Eigentlich ist es ein archäologischer Film geworden, der fast 100 Jahre Familiengeschichte abhandelt, hinter der aber noch eine weitere Dimension oder Schicht aufschimmert: eine Geschichte dieser Region, dieses Landstrichs, und auch eine über Anpassung, Heimat und Integration.»

Ann Katrin Thöle, 34. Duisburger Filmwoche Diskussionsprotokoll

«Die grosse Erbschaft – eine Tessiner Familien- und Immigrationsgeschichte (...) vielschichtig wie ironisch erzählt durch die Brüder Fosco und Donatello Dubini.»

Geri Krebs, Tessiner Zeitung, 21. Januar 2011 Interview mit Fosco Dubini

«Geschichte kann an einem bizarr verformten Kronleuchter hängen oder kann aufbewahrt sein in einer Schublade voller angerusster Unterwäsche. Die filmische Fantasie der Dubinis wurde in Gang gesetzt durch einen Anruf des Vaters: Es habe gebrannt im ererbten grossväterlichen Haus im Tessiner Dorf Lodrino. Sie reisten an den Ferienort ihrer Kindheit und fanden eine Konserve der Erinnerung. Das halbverkohlte Haus war quasi durchwoben vom Geist der Verwandtschaft und umwoben vom Gerücht, es sei dort ein Schatz aus Gold und Karfunkeln verborgen. Es roch darin, noch durchs Verkohlte, nach dem Grossvater, der ein italienischer Immigrant und Metzger war, nach Onkel Guido, dem immer ledigen Bäcker, und nach den unverheirateten Tanten.

Es roch nach Brot und Salami und unerfüllten Bedürfnissen. Es tat sich durch den Brand ein misstrauisch geschlossenes Gehäuse des katholischen Habens, Hortens und Verbergens auf. Und wie die Dubinis das filmisch quasi aufschlossen und aufschlüsselten, in Bildern von Kruzifixen und Kästen voller kaum getragener Kleider; und wie sie sich selbst ironisierten in ihrer ererbten Obsession, da müsse doch irgendwo dieser legendäre Schatz sein (er war dann irgendwo, aber nicht so, wie sie dachten) – darin zeigte sich eine wirkliche Meisterschaft im Umgang mit der in ihrer universellen Bedeutung nicht zu unterschätzenden Provinz.»

Christoph Schneider, Tages Anzeiger, 27.1.2011 Ganzer Artikel

«Im Film geht es um die Aufarbeitung der eigenen Geschichte, der Region, um Migration, Integration und Ausgrenzung. DIE GROSSE ERBSCHAFT ist ein liebevoll-ironischer Familienfilm der anderen, eben der Dubini-Art.»

Rolf Breiner, Klein Report, 4.4.2011

«Wir befinden uns mitten in der Dunkelheit eines nächtlichen Waldes. Mit Hilfe der Scheinwerfer eines Autos begeben wir uns auf einen Weg in eine Ruine. Im Tessin in der italienischen Schweiz.
Von außen betrachtet ist es ein altes und verlassenes Haus, dunkle Schatten an der altweissen Fassade geben Hinweise auf einen Brand. Dieser liegt 20 Jahre zurück. Solange hat niemand das Haus betreten, das vor vier Generationen von italienischen Einwanderern bewohnt wurde.
Wir betreten das zerstörte Herzstück des Hauses, wo sich die Hinterlassenschaften eines fluchtartig verlassenen Lebens befinden. Als sei man bei der Durchschreitung der verformten, bruchreifen Haustür in einer Zeitmaschine mehrere Jahrzehnte zurück gereist, findet sich hier ein kompletter, einst gutbürgerlich gehegter Hausstand.
Es beginnt die Suche nach einem Schatz, der hier, in der Familie von Generation zu Generation weitergetragen wurde, irgendwo verborgen liegen soll.
Zeitgleich werden auch die immateriellen Spuren der Menschen gesammelt, die hier jahrzehntelang wohnten. Es beginnt eine Auseinandersetzung mit dem Wert – dem Wert der Erinnerung und dem Wert des Materiellen. Kirche, gutbürgerliche Sitten und der Wunsch nach zur Schau gestelltem Ansehen verflechten sich in Erzählungen und durch das Betrachten des Besitzes ineinander.
Mit poetischen Texten, die das Entdecken der Fundstücke ergänzen, werden wir darauf aufmerksam gemacht, welche Bedeutung Besitz in der Welt des einzelnen einnimmt. Von was werden wir eingenommen, was macht der Wunsch mit uns, Dinge zu besitzen?
Das Haus wird nun abgerissen, die Suche nach dem Schatz eilt. Schicht für Schicht wird das Haus abgetragen. Wir erfahren mehr aus dem Inneren der Familie und stoßen auf Leerstellen. Dinge, die im verborgenen der selbsterbauten familiären Festung blieben, kommen zum Vorschein. In der Vorstellung des Zuschauers beginnen die Familienangehörigen auf den Fotos eine reale Form anzunehmen.
Die Identität als Migrant zu dieser Zeit, in Abkehr vom italienschischen Faschismus wird hier, in dieser schweizerischen Idylle, greifbar.»

Lene Vollhardt, 34. Duisburger Filmwoche (1. bis 7. November 2010), http://film.hfg-karlsruhe.de/blog

«DIE GROSSE ERBSCHAFT ist ein Film über Erinnerung, über deren stete Veränderung, Fehlbarkeit und Lebendigkeit.»

Nicolai Zeitler, 34. Duisburger Filmwoche (1. bis 7. November 2010), http://film.hfg-karlsruhe.de/blog