«Es war sehr bewegend, die Reiseetappen in Augenschein zu nehmen, beeindruckend Lissabon mit dem eindrücklichen Historiker-Statement, ebenso Genua, beidesmal in der Mischung aus imperialer Kulisse, hektischer Mobilität und der Weite des Meers, mit dem Wasser als ständig verbindendem, tragendem Element von beinahe spiritueller Kraft.
Die sichtbare, sorgsam geschnittene Zusammenschau der einzelnen Etappen war für mich wie die Erfüllung eines alten Traums, einer jahrhundertelangen Zeitreise zwischen den Kulturen, ich sah mich wie eingebunden in einen Kosmos, der unser Haus, uns als Personen einbindet in einen Kosmos höherer Ordnung, auch über unser Leben hinaus. Rajagopal war großartig, ein Botschafter, von dem wir Europäer vieles lernen können. Und schließlich die Elefanten in ihren Lebensräumen, kraftvoll und verletzlich, grazil und tänzerisch und in einem innigen Verbund mit den Menschen; die Schulung des kleinen Elefanten in seinem Laufstall, eine unglaubliche Sequenz von Autorität, von Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Die Schlusssequenz mit dem badenden Elefanten in seiner Biosphäre war tröstlich, versöhnend, aber für mich aber auch voll von Trauer, denn die Zerstörungskraft des Westens, die sich seit der frühen Neuzeit durchzeichnet, scheint mir manchmal zu groß, zu selbstläuferisch, um sie noch stoppen zu können.»
«RAJAS REISE von Karl Saurer wird im Nachvollzug der Alpenüberquerung, die der Suleiman genannte Elefantauf seinem Weg von Lissabon nach Wien 1551/52 unternahm, zum aufschlussreichen Gang durch europäische und indische Kultur- und Mentalitätsgeschichte.»
«Karl Saurer weitet die Geschichte des ersten, 1552 nach Wien gekommenen Elefanten, zur packenden Begegnung mit indisch-hinduistischer Kultur.»
«Karl Saurer beschreibt auf seiner Dokumentarreise nicht nur eine historische Episode und erzählt von einer aussergewöhnlichen Elefantenexistenz, sondern spannt den Bogen weiter. (...) Der Elefant wird zum Symbol von Existenzen, die in der globalisierten Welt verloren- und untergehen.»
«Der Eröffnungsfilm des 16. Internationalen Film Festivals Innsbruck wird so im Nachvollzug des Weges Rajas zu einer dokumentarischen Spurensuche nach unterschiedlichen kulturellen Mentalitäten, aber auch zur Suche nach deren Berührung untereinander. Das Ineinaderfließen von Geschichte und Gegenwart als Spiegel des unaufhörlichen Brückenschlags? – zumindest eine Metapher für die Begehbarkeit des „anderen Raumes“.»
«Ein Höhepunkt der Solothurner Filmtage war Karl Saurers Dokumentarfilm RAJAS REISE.»
«Neben etlichen Film-Biografien (...) überzeugte “Rajas Reise“ von Karl Saurer.
Raja hiess der indische Elefant, der um 1550 von Kerala über Lissabon bis nach Wien transportiert wurde. Saurers Film zeichnet sich durch die geduldige wie spannende Herangehensweise an Geschichte und Gegenwart aus.»
«Mit viel Gefühl und in ruhigem Tempo fügt Karl Saurer Gedanke um Gedanke zu einem verwobenen Teppich zusammen. Erzählung steht für Interpretation, die Frage für die Antwort. Das ist es, das Schlüsselmoment des Filmes: Er liefert zwar Bilder, lässt aber auf wunderbare Weise Platz, sich selbst welche zu machen.»
«Ein Elefantenschicksal, einfühlsam nacherzählt, wird zum Sinnbeispiel kultureller und sozialer Befindlichkeiten (...) Gestern und heute wird verwoben, die Etappen und Impressionen fügen sich zu einem vielsagenden kraftvollen Kaleidoskop einer Reise zwischen Kulturen und zu einem Bildnis über Mensch und Tier.»
«Der in Einsiedeln geborene Karl Saurer verwebt in seinem Film «Rajas Reise» mehrere Geschichten aus verschiedenen Zeiten und stellt die Frage nach dem Sinn und Unsinn des Entwurzeltwerdens ins Zentrum seines leisen Dokumentarfilms.»
«Rajas Reise ist ein faszinierender Dokfilm, weil Saurer mit historischem Bewusstsein Fresken und Skulpturen als Zeitzeugen befragt. Man erfährt nicht nur viel über die Elefanten, sondern auch über die Kultur Indiens – und man wird inspiriert, die Globalisierung zu hinterfragen.»
«Filmer Karl Saurer mit dem Elefanten Raja auf US-Tour
Ein Kreis schliesst sich: Der Schwyzer Dokumentarfilmer Karl Saurer ist mit seinem Film «Rajas Reise» zehn Wochen lang durch Indien getourt. In über 30 Vorstellungen stellte er das Schicksal des indischen Elefanten Raja vor, der selber um 1510 auf eine lange Reise gegangen war - von Indien nach Europa, nach Brixen und zum Kaiser nach Wien.
Der Einsiedler Filmer Saurer hat das Werk, 2007 entstanden, mit viel Herzensliebe und Enthusiasmus begleitet. Nun geht die Reise weiter, in die USA vier Wochen lang. Dass er dabei auch sein Epos über Schwyzer Auswanderer, «Steinauer, Nebraska», im Gepäck hat, versteht sich von selbst. Auf seiner Tournee wird er nun vom indischen Elefanten und von den Steinauer-Vorfahren begleitet.
Die Tour startet am 28. April in Minnesota, führt über Wisconsin und Atlanta natürlich auch nach Steinauer und wird in Chicago am 18. Mai mit einem Treffen in der Residenz des Schweizerischen Generalkonsuls enden.»