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Der Traum vom grossen blauen Wasser

Karl Saurer Fragmente und Fundstücke einer Hochtal-Geschichte Der Traum vom grossen blauen Wasser
Karl Saurer

Bio- und Filmografie

1943
Geboren in Einsiedeln.
Nach Studien in Zürich, München, Köln und Osnabrück M.A. der Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft und Psychologie

Seit 1970
publizistische Tätigkeit in der Schweiz und Deutschland

1980 - 84
Dozent für Dramaturgie und Mitarbeiter der Studienleitung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin

ab 1985
Lehraufträge: FU Berlin, Universität Zürich und Fribourg, HSfG Zürich, Filmschule Zelig Bozen; Dokumentarfilmseminare in Ostafrika und den USA für das Goethe-Institut

1993
Anerkennungspreis Innerschweizer Radio- und Fernsehgesellschaft


FILME

DAS KLEINE WELTTHEATER
(Dokumentarfilm, 1970 mit E. Keusch u.a.)

RUHE
(Dokumentarfilm, 1971/72, mit G. Camenzind und H. Meier)

ES DRÄNGEN SICH KEINE MASSNAHMEN AUF
(Dokumentarfilm, 1973, mit E. Keusch und H. Meier)

KAISERAUGST
(Dokumentarfilm, 1975, mit einer Gruppe der Filmcooperative ZH)

TATORT LUZERN ODER WEM GEHÖREN UNSERE STÄDTE?
(Dokumentation, 1975, mit G. Camenzind und C. Niederberger)

DAS BROT DES BÄCKERS
(Spielfilm, 197, mit E. Keusch)

DER HUNGER, DER KOCH UND DAS PARADIES
(Spielfilm, 1981/82, mit E. Keusch)

DAS UNBEHAGEN AN DER VERGANGENHEIT
(Dokumentarfilm, 1982, mit H. Meier)

HOLZ SCHLAEIKE MID ROSS
(Dokumentarfilm, 1991, mit F. Kälin)

KEBAB & ROSOLI
Ein Film mit Heimischen und Geflüchteten
(Dokumentarfilm, 1992, mit E. M. Fischli)

DER TRAUM VOM GROSSEN BLAUEN WASSER
Fragmente und Fundstücke einer Hochtal-Geschichte
(Dokumentarfilm, 1993)

STEINAUER NEBRASKA
(Dokumentarfilm, 1997)

RAJAS REISE
(Dokumentarfilm, 2007)

Fragmente und Fundstücke einer Hochtal-Geschichte

Bilder und Geschichte(n) eines Innerschweizer Tals - rund um Kargheit, Verlust, Hoffnung und «Fortschritt» - verwoben in einer dokumentarischen Spurensuche, die gut hundert Jahre umfasst.
Die Mühsal des einfachen, entbehrungsvollen Lebens und die Hoffnung auf Wohlstand, entzündet durch den "mächtig ins neue Jahrhundert hineinleuchtenden elektrischen Funken".

Der Film erkundet weithin unbekannte ländliche Geschichte mit einschneidenden Veränderungen der Landschaft und des Lebens ihrer Bewohner. Der sichtbarste Eingriff: das Stauen der Sihl am Etzel im Frühjahr 1937, wovon mehr als 1700 Personen in ihrer Existenz betroffen waren.

Der «Traum vom grossen blauen Wasser» zeigt Widersprüche und Konflikte auf zwischen agrarischer Bergregion und industrialisiertem Unterland, zwischen Enge und Weite, Eigenständigkeit und Fremdbestimmung, zwischen regionalen und nationalen Bestrebungen, ökonomischen und ökologischen Interessen.

Die Erinnerungen ausgesiedelter Sihltalbauern und die Erfahrungen ehemaliger Sihlseearbeiter werden ergänzt durch künstlerische Widerspiegelungen, die sich mit dem grossen Eingriff auseinandersetzen, darunter Aufnahmen von Otmar Baur, Gottfried Schönbächler und Hans Staub.

«Der Traum vom grossen blauen Wasser» führt zum Schluss wieder zurück ins Quellgebiet der Sihl: In einer alten Sage aus diesem Gebiet wird berichtet, wei es einem erging, der sich der verborgenen Schätze der Natur bemächtigen wollte.

Der Traum vom grossen blauen Wasser

Der Film von Karl Saurer zeigt, wie 1937, als beim Stauen der Sihl am Etzel 11 Quadratkilometer Land überschwemmt wurden und damit 107 landwirtschaftliche Betriebe verloren gingen, die Euphorie über technischen Aufbruch und die Hoffnung auf Wohlstand in der agrarische Bergregion zusammentrafen mit der widerstrebenden Preisgabe des Eigenen und Vertrauten zugunsten nationaler ökonomischer Interessen. Das "grosse blaue Wasser" ist Metapher für Fülle und Reichtum – als lockender Kontrast zum anhin gewohnt Kargen und Schlichten.
Seedamm Kulturzentrum